Zertifikate oder Fonds?

Zertifikate und Fonds werden bei der Geldanlage oft in einen Topf geworfen. Tatsächlich sind die Portfolios vieler Fonds und Zertifikate ähnlich und auch die angesprochen Zielgruppe ist oft dieselbe. Allerdings unterscheiden sich Fonds ganz erheblich von Zertifikaten. Einige Unterschiede sind dabei besonders wichtig und sollten in die Entscheidung zwischen Fonds und Zertifikaten einbezogen werden.

Ein grundsätzlicher Unterschied ergibt sich aus der rechtlichen Struktur. Während es sich bei Fonds um Sondervermögen handelt, welches lediglich von der jeweiligen Fondsgesellschaft verwaltet wird, handelt es sich bei Zertifikaten um abgewandelte Inhaberschuldverschreibungen (Anleihen), deren Rückzahlung von der Zahlungsfähigkeit des Emittenten abhängt. Daher eignen sich Zertifikate grundsätzlich nur für Anleger, die sich dem Emittentenrisiko bewusst sind und die dieses Risiko auch eingehen können.

Weitere Unterschiede ergeben sich in Punkto Handelbarkeit. Während Fonds meist der langfristigen Geldanlage dienen (in der Regel wird ein Ausgabeaufschlag von 5 Prozent fällig), sind Zertifikate grundsätzlich über die Börse handelbar. Einen Ausgabeaufschlag gibt es bei Zertifikaten nicht. Überhaupt sind Anleger mit Zertifikaten flexibler. Denn anders als Aktienfonds können Zertifikate viel individueller angepasst werden. Der Zertifikatsmarkt bietet in Deutschland mehrere zehntausend verschiedene Zertifikate für fast jedes Anlageszenario an. Im Fondsbereich ist die Auswahl dagegen wesentlich geringer.

Zertifikate ermöglichen den Käufern außerdem von Marktsituationen zu profitieren, in denen sie mit Fonds Verluste einfahren würden. So ist es beispielsweise möglich, mit Bear-Zertifikaten von fallenden Kursen zu profitieren oder mit Korridor-Zertifikaten von stagnierenden Kursen zu profitieren.